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Beton- und Keramikguss

Würfel in Kugel in Würfel, Keramikguss, Unikat, 14 x 120 x 28 cm, 2009

Development, Farbe auf Keramikguss, 10 cm x 30 cm x 20 cm, 2009

Aufstieg 1, Keramikguss, 30 cm x 60 cm x 30 cm, 2009 (fertiggestellt), UnikatAufstieg 2, Beton, 60 cm x 120 cm x 30 cm, 2017 (in Arbeit), Edition 5 + 1 AP

Die vorliegende Version 1 dieses Objekts aus Bausteinen mit kleinen Stufen und steinartigem Aussehen habe ich 2009 in Keramik gegossen. 

In der Abbildung daneben sieht man hingegen den Entwurf der Version 2 mit ebensolchen Bausteinen, jedoch aus Beton, mit glatter Oberfläche und hautfarben, also nicht ganz monochrom. Auch sie werden so geschichtet, dass sie wiederum Stufen und eine Treppe ergeben. Da diese Bausteine auch sehr kleine Stufen haben und nun doppelt so hoch gestapelt werden, wirkt dieses tempelartige, schmale Bauwerk noch höher, fast schwankend und die Vorstellung des Weiterschreitens auf der obersten Plattform bedrohlich. 

Die Treppe, seit jeher Metapher für die Entwicklungsgeschichte des Menschen, mag einen zum Beispiel über die Begrenztheit von Höherentwicklung reflektieren lassen oder über die Endlichkeit von Wachstum gegenüber der Unendlichkeit von Zeit. Vielleicht denkt ein Betrachter das Treppen-als-Stufen-Modell auch immer weiter und höher, bis er an einen gedachten Punkt kommt, an dem man die Realität unserer Alltagserfahrungen möglicherweise verlässt. 

Ein anderer interpretiert es hingegen vielleicht religiös und sieht die, ebenso alte und deutliche, Metapher der Treppe als Himmelsleiter mehr im Vordergrund. Sie soll ihm verlässlichen Halt bieten und zu einem Heil bringenden Gott führen, der noch nie Heil gebracht hat (außer vielleicht Seelenheil: „Ich bat Gott um ein Fahrrad. Dann habe ich realisiert, dass Gott so nicht funktioniert. Also stahl ich ein Fahrrad und bat um Vergebung“ [frei nach Emo Philips]). Aber es wird immer wankender bei einem gedachten Aufstieg, bei dem auch er die von uns erfahrene Realität irgendwann verlassen würde.

In beiden Überlegungen treffen sich unsere Betrachter also irgendwann wieder.